Marokko: Von Kackvögeln und Drachen in Essaouira

Ja, es gibt Kackvögel. Man findet sie in Küstennähe, nennt sie Möwen und wenn sie in Schwärmen auftreten, dann wird’s auch schonmal unangenehm. Für mich jedenfalls. Denn wenn eine Möwe im Flug mal muss, dann stehe ich natürlich direkt darunter. Aber gut, wenn im Hafen von Essaouira die frisch gefangenen Fische verarbeitet werden, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, angekackt zu werden.

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Damit wäre ich dann bei der nächsten Reiseetappe. Die ist bei der Reiseplanung eher spontan und kurz vor Antritt der Reise dazu gekommen, weil Essaouira auf Fotos ganz schön aussah. Die Anreise aus Rabat gestaltete sich dann für die spontane Idee leider ein wenig aufwändig, denn von dort ging es erst einmal vier Stunden mit dem Zug nach Marrakesch und dann noch einmal ca. drei Stunden mit dem Bus Richtung Essaouira. Das klingt zeitaufwändig und langweilig, aber ich mag solche Reisetage. Gerade in Marokko haben mich die Strecken, die ich dort zurückgelegt habe, sehr beeindruckt. Marokko kann man sehr gut in Farben unterteilen. In und um Fes ist alles wunderbar grün. In Rabat ist viel Blau zu sehen. Die Strecke von Rabat nach Marrakesch wandelt sich von Kilometer zu Kilometer von braun zu rot. Eben weil es bei den Reisetagen immer viel zu sehen gibt (auch wenn es nur flüchtige Eindrücke sind), liebe ich es, stundenlang aus dem Fenster zu sehen – mit Musik auf den Ohren und ganz offenen Augen.

Essaouira ist ein hübsches Küstenstädtchen, bekannt für seinen Wind, gutes Kunsthandwerkshopping und dafür, dass (jetzt wird’s ein bisschen nerdig..) Daenerys Targaryen in der Serie „Games of Thrones“ dort ihre Armee der Unbefleckten abgeholt hat. Und zwar hier:IMG_4121

War aber keiner mehr da. Auch keine Drachen. Kulissenwatching ist auch nicht so mein Ding, so dass ich den Anblick lieber auf meine Art genossen habe.

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Essaouira hat mir gut gefallen. Marokko scheint mir generell kein Land zu sein, in dem alles schnell und hektisch ist und in Essaouira vergeht die Zeit noch ein bisschen langsamer.

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Ich wünsche mir immer, dass ich mehr von dieser Gelassenheit, die ich auf Reisen spüre, in meinen Alltag integrieren kann. Das fällt nicht immer leicht, denn meine Alltagswelt ist natürlich komplett anders als meine Reisewelt und erst recht als die Welt der Menschen, die ich auf meinen Reisen besuche. Aber genau darum halte ich meine Eindrücke fest. Damit ich wenigstens versuchen kann, all die Veränderungen und neuen Erkenntnisse, die mir das Reisen bringt, in mein Leben zu bringen und alles so gut und positiv wie möglich umzusetzen.

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Weiter geht es nun bald mit einem Herzensziel, das ich schon sehr lange mit mir herumgetragen habe: Marrakesch!

Marokko: Fes im Regen und relaxen in Rabat

Seit Jahren steht Marokko schon auf meiner Reiseliste. Und das zu recht, wie sich jetzt gezeigt hat. Nach einem relativ kurzen Flug kommt man in einer völlig anderen Welt an. Alles ist laut, eng, wuselig und es gibt so viel zu sehen, dass Kopf und Herz einen schweren Job haben, alles aufzunehmen.

Start der Reise war in Fes. Die Medina von Fes ist unbeschreiblich. Autos und Motorräder sind dort nicht zugelassen (anders als in Marrakech, was einiges an Nerven kosten kann). Dafür muss man häufiger Eseln mit ihren Lastkarren ausweichen. Das Wetter in Fes war leider mäßig, d.h. es war sehr kalt, sehr nass und sehr matschig. Daher habe ich leider auch kaum Fotos aus Fes, die mit der Kamera gemacht wurden. Das Handy war hier praktischer, so dass ich für Fotos aus Fes hier nur auf den Instagram-Account verweisen kann. Was aber ja nur bedeuten kann, dass ich unbedingt noch einmal nach Fes muss, um mich auch mit der Kamera austoben zu können. IMG_3456IMG_3476

Rabat war da schon freundlicher und grüßte mit wärmeren Temperaturen und Sonnenschein.

Ich hatte gelesen, dass Rabat touristisch nicht so ausgelatscht sein soll und tatsächlich, hier und da eine kleinere Reisegruppe, kein Gedränge in und an den Sehenswürdigkeiten und die Händler in der Medina ließen mich in Ruhe an ihren Ständen stöbern. Anscheinend zieht Casablanca mehr Touristen an, was ich nicht so recht verstehe, denn Rabat ist eine tolle Stadt mit hohem Wohlfühlfaktor. Gerade eben weil es alles ein bisschen ruhiger und relaxter ist, was insbesondere an der wunderschönen Kasbah mit ihren kleinen verwinkelten Gassen und blau-weißen Häusern liegt.

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Eine Stadt am Meer hat ja für mich sowieso immer alles, was ich zum Wohlfühlen brauche.

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Sightseeingtechnisch sind die Ruinen von Chellah am Stadtrand erwähnenswert. Für mich als Ruinenbanause waren aber die Gärten interessanter. Sehr beeindruckend allerdings ist die Tierwelt, denn dort findet sich ein Tier, das ich seit meiner Kindheit eigentlich nur noch aus Büchern oder Fernsehen kenne:

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Chellah scheint Welthauptstadt der Störche zu sein. Und dort sind so viele davon zu sehen, dass man mit dem Zählen nicht hinterher kommt.

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Fazit: Rabat ist eine Reise wert und Fes wird im Sonnenschein noch einmal wiederholt. Aber für den Start ins wunderbare Marokko geht Fes auch im Regen sehr gut.

Mexiko: Mérida

Letzter Punkt der kleinen Fotoreise: Mérida, Hauptstadt des Bundesstaats Yucatan. Mérida hat mich nicht so tief beeindruckt wie Oaxaca. Aber es hat seinen ganz eigenen Charme, weil es an vielen Stellen recht abgerockt ist und das mag ich ja.

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Das war’s dann mit Mexiko. Für’s Erste! Denn ich möchte wiederkommen. Unbedingt! Noch ganz viel sehen, in Guacamole baden, durch Cenoten schnorcheln, Fiestas feiern, Siesta in der Hängematte und viele, viele Fotos machen. Denn Mexiko hat mein Herz erobert und mir gezeigt, dass mir die Welt auch außerhalb Asiens offen steht. Ich will so viel sehen, so viele unterschiedliche Kulturen erleben und noch so viele Dinge probieren. Und ich kann es kaum erwarten, damit weiterzumachen.

Deshalb geht es auch bald weiter, denn Marokko wartet! Damit wird ein Lebensträumchen wahr, denn Marrakech steht schon sehr lange auf der Liste ganz vorn. Bald dann hier mehr..

Mexiko: Quintana Roo/Yucatán

Klassisches Sightseeing habe ich in Mexiko natürlich auch gemacht. Aber ich bin ehrlich: Ruinen, Tempel, etc. sind wunderbar anzusehen, faszinierend in ihrer Geschichte und beeindruckend in ihrer Bauweise. Aber mich persönlich erschöpfen sie auch schnell. Ich bin niemand, der sich jedes geschichtliche Bauwerk des jeweiligen Landes ansehen muss. Ist wahrscheinlich ein wenig banausisch, aber mich interessiert mehr das Leben, als die Geschichte. Deshalb treibe ich mich lieber in Städten herum, denn dort gibt es mehr für mich zu sehen und vor allem mehr Motive für meine Kamera. Trotzdem: Tempel sind immer wieder dabei und das gehört auch so. Denn schön isses allemal!

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Wie hier in Tulum zur Abendstunde. Ab 16:00 Uhr ist Touristenannahmeschluss, ich war ziemlich spät dort, was den Vorteil hatte, dass es nicht überfüllt war. Allerdings hat mich die Anlage enttäuscht. Alles ist für meinen Geschmack ein bisschen zu organisiert und leider waren die Ruinen größtenteils großflächig abgesperrt.

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Highlight in Tulum ist definitiv die Lage. Aber mal ehrlich: mit dem karibischen Meer im Hintergrund sieht einfach alles toll aus (leider war es aber ein wenig bewölkt und windig, als ich dort war).

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Als weitere Anlage stand Uxmal in der Nähe von Mérida auf dem Programm, was sich als echter Glücksgriff entpuppt hat, weil es dort überhaupt nicht überlaufen war (anders als die Geschichten von Chichén Itzá, das schaue ich mir dann beim nächsten Mal an, wenn ich vielleicht mehr Lust auf Ruinen habe). Man konnte sich alles ganz in Ruhe und aus der Nähe ansehen und es waren fast mehr „Bewohner“ als Touristen unterwegs. So schließe ich dann auch wieder meinen Frieden mit den Touristenattraktionen.

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(Suchbild)

Mexiko: Oh Oaxaca!

Hier im grauen Köln, an einem kalten (zugegebenermaßen ab und an sonnigen) Sonntag  bin ich zwar zu Hause, aber die Gedanken gehen immer wieder zurück nach Oaxaca. Mir fehlen die kleinen Innenhöfe mit zauberhaften Läden, Cafés und Restaurants, die bunten Häuser, die Blumen, die Sonne und die Wärme. Ich habe ja in meinem letzten Blogeintrag schon angefangen zu schwärmen und ich könnte auch noch zeilenweise weitermachen… aber seht doch einfach selbst!

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Mexiko: Día de los Muertos

Mexiko wurde für mich eigentlich erst zum Herzensziel, als ich irgendwann einmal einen Bericht über den Día de los Muertos (Tag der Toten) im Fernsehen gesehen habe. An diesem Tag, genauer gesagt am 31.10., gedenken die Mexikaner ihrer Toten auf eine sehr bunte, laute und fröhliche Weise. Wie es sich für eine ordentliche Feier gehört, wird diese natürlich auch über mehrere Tage ausgedehnt. Ich habe den Día de los Muertos in Oaxaca de Juárez gefeiert, einer Stadt im Hochland Mexikos, die mein Herz schon wenige Minuten nach der Ankunft erobert hat. Hier hatte ich meinen perfekten Reisemoment, in dem eigentlich gar nichts Besonderes passiert, ich aber trotzdem mit jeder Faser meines Körpers entspanne, genieße und mich wohl fühle. Das ist so ein „zur richtigen Zeit am richtigen Ort“-Gefühl. Dementsprechend war mein Herz auch ein wenig schwer, als es an die Weiterreise ging. Irgendwann komme ich wieder, so viel steht fest. Frühestens hier mit den Fotos aus Oaxaca, spätestens irgendwann im Leben und dann auch für länger als eine Woche.

Nun aber zurück zum Día de los Muertos. Ich mag den Gedanken, dem Tod auf eine laute und bunte Art zu begegnen. Das hat für mich etwas von Trotz. Dem Tod zeigen, wie schön das Leben sein kann; ihm durch demonstrative Lebendigkeit etwas von seiner Schwere nehmen, mit lauter Musik gegen seine Stille dröhnen und durch Tanzen seine Starre auflösen. Genau das passiert in Mexiko zum Tag der Toten. Oder eben Tage, denn tagelang laufen die Menschen verkleidet durch die Gegend (für mich als bekennender Karnevalist ja eh eine der schönsten Zeiten überhaupt), überall ist Musik, alles ist mit Blumen, Skeletten und Totenköpfen geschmückt. Bäckereien und Konditoreien verkaufen Brote und Süßigkeiten, die in Deutschland wohl ewig Ladenhüter bleiben würden. Gleiches gilt für die Friedhöfe, auf denen traditionell in der Nacht vom 31.10. auf den 01.11. Familien die ganze Nacht lang Wache am Grab ihrer Lieben halten, mit Essen, Trinken und Kerzen auf den Grabplatten sitzen, sich unterhalten oder von einer der über den Friedhof laufenden Musikkapellen ein paar Lieder vorspielen lassen. Für mich als Fremde war das ein einmaliges Schauspiel, das ganz unterschiedliche Gefühle ausgelöst hat, die ich bis heute nicht richtig erklären oder einordnen kann. Insofern: genug der Worte, hier sind die Bilder!

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Mexiko: Puerto Escondido

Draußen wird’s seit Tagen nicht mehr richtig hell, alles ist grau, nass und fies. Ich bin zwar im Winter geboren, aber im Laufe der Jahre stellte sich heraus, dass ich doch mehr der Sommertyp bin. Ich brauche Sonne und Licht, weil mir alles andere nach kurzer Zeit unweigerlich auf die Laune schlägt. In den letzten Wochen war mir nur nach faulem Abhängen und Weihnachtsprogramm im Fernsehen, um bloß nicht aus dem Fenster sehen oder gar vor die Tür gehen zu müssen. Das allerdings ständig mit dem Gedanken an die restlichen Mexiko-Fotos, die noch auf die Bearbeitung und Veröffentlichung warten. Heute habe ich mich dann aber überwunden und siehe da: das mit der Erinnerung an die Wärme klappt doch ganz gut. Darum gibt’s nun für alle, die sich auch ein bisschen im Weihnachtstrubel an den Sommer erinnern wollen ein paar Strandbilder aus dem wunderbar relaxten Puerto Escondido, aufgenommen direkt an der Mexican Pipeline, einem weltweit bekannten Surferspot mit beeindruckendem Wellengang.

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Mexiko: Straßenansichten Mexico City

Im Vorfeld habe viel gegrübelt und mir ein paar Sorgen gemacht. Immer wenn ich erzählt habe, dass Mexico City auf dem Reiseplan steht, wurde dem mit Interesse, aber auch mit einem Stirnrunzeln und manchmal sogar mit einem „Oooh, wirklich? Ist das nicht zu unsicher?“ begegnet. Natürlich liest man vorher dann auch nur Horrorgeschichten, zum Beispiel über Taxifahrer, die einen mit vorgehaltener Waffe dazu zwingen, an verschiedenen Geldautomaten die Kreditkarte qualmen zu lassen und am Ende verarmt und traumatisiert laufen lassen (immerhin!). Generell hieß es immer, dass die Taxis unsicher sind, die Straßen voller Taschendiebe und manche Gegenden lebensgefährlich. Das mag im Zweifel auch irgendwie ein wenig stimmen, denn Abzocktaxis begegnen einem immer, Taschendiebe lungern immer dort herum, wo viele Leute sind und auch in Köln gibt es Gegenden, in denen ich nicht mal bei Tageslicht spazieren gehen möchte. Aber es ist halt Mexico City. Riesenmoloch und für mich unberechenbar, weil ich dort noch nie unterwegs war und bislang meine Erfahrungen eben immer in Asien gesammelt habe, wo ich nie irgendein unangenehmes Gefühl hatte. Dementsprechend bin ich Mexico City erst einmal mit Skepsis begegnet, wollte es davon unabhängig aber einfach unbedingt mal sehen und wenn ich schon in Mexiko unterwegs bin… naja.. ich muss das jetzt nicht weiter erklären denke ich.

Angekommen am späten Abend, fertig vom Nonstop-Flug und eben weil sich alles vorher irgendwie ein wenig angstbehaftet angefühlt hat, war ich dann auch nur bereit, der Stadt am nächsten Tag bei Tageslicht zu begegnen. Ganz vorsichtig ging’s dann am nächsten Morgen los, erstmal Geld holen und die Umgebung anschauen. Hier sind mir dann schon ein paar Mexikaner begegnet.

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Gut, maskentragende Mexikaner… aber sie wollten kein Geld von mir und meine Kamera wurde mir auch nicht entrissen.

Soweit so gut! Ich fing an, dem Braten zu trauen. Und bemerkte, wie sauber die Altstadt von Mexico City ist. Und wie schön!

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Da man mich noch nicht ausgeraubt hatte, beschloss ich, der Stadt eine Chance zu geben. Unterstützung gab’s im Zweifel ja auch an der Straßenecke.

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Und wer liest und lernt, der ist ja immer gut…

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und mit Hunden kann sowieso.

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Stofftiere tun ja auch nix.

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Alles in allem war alles irgendwie sehr ruhig und relaxed. Siesta halt.

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Und so beschloss ich, dass ich das alles super finde. Ich weiß. Ich bin voller Vorurteile. Aber nicht unüberzeugbar. Der Satz „Wie SCHÖN das hier ist!!“ sollte sich schon bald zum Reisemotto entwickeln.