Malta: Ich hab schon Pferde schwimmen sehen…

Ganz allein unterwegs zu sein ist ein neuer Aspekt beim Reisen, der mich erst ein bisschen Überwindung gekostet hat, sich aber ganz schnell als sehr normal herausgestellt hat. Die Freiheit, mich nicht absprechen zu müssen, meinem eigenen Rhythmus nachgehen zu können und alles in meinem eigenen Tempo zu machen, ist noch angenehmer, als ich dachte. Sicherlich gibt es noch Situationen, die ungewohnt sind und an die ich mich vielleicht auch nicht unbedingt gewöhnen kann und möchte, aber alles in allem überwiegt das Gefühl, es auch allein draußen in der Welt schaffen zu können. Klingt total bescheuert (besonders wenn man es erst mit 39 Jahren feststellt), aber dennoch: es hat mich ein bisschen stolz gemacht, dass ich nirgendwo gestrandet bin und alle Reisepannen mit viel Ruhe und auch ein bisschen Humor bewältigen konnte.

Malta war mein erstes Soloreiseziel. „Sichere Bank“ dachte ich mir bei der Buchung. Übersichtlich (gut, sehr übersichtlich), was die Größe des Reiselandes anging, englischsprachig, leicht zu erreichen und eine Schönwettergarantie gab es obendrauf. Man fängt ja erstmal klein an. Für den Kick buchte ich mir ein Zimmer in der Wohnung einer zauberhaften Schweizerin, die seit einigen Jahren in Malta wohnt. Und das, obwohl ich eigentlich ungerne allein in Anwesenheit Fremder in fremden Wohnungen übernachte. Aber sie war eine wunderbare Gastgeberin, wenn auch ihr Hygieneempfinden in puncto Sauberkeit in der Wohnung… äh… ja, sagen wir mal sehr zu wünschen übrig ließ. Aber all meine früheren Reisen haben mir (oftmals auf die harte Tour) beigebracht, dass man sich wirklich an alles gewöhnen kann, wenn man nur bereit ist, beide Augen zuzudrücken (hier im direkten und übertragenen Sinne gemeint).

Nun aber zu Malta. Es hat mich einiges gelehrt:

  1. Ich kann es mit mir selbst sehr gut aushalten.
  2. Mein Orientierungssinn wird sich in diesem Leben nicht mehr einstellen.
  3. Pferde können durch ein halbes Hafenbecken schwimmen (ich habe ehrlich versucht, ein Foto zu machen, es ist mir aber nicht wirklich gelungen, also müsst Ihr darauf vertrauen, dass ich hier nicht übertreibe).
  4. Ein tägliches Feuerwerk ist ab dem dritten zweiten Tag schon nicht mehr spektakulär. Auch nicht, wenn es in jedem kleinen Eckchen des Landes abgefackelt wird, an dem eine Kirche steht. Und man einen Logenplatz auf einer Dachterrasse mit Blick über das Land hat.
  5. Malta ist wunderschön!

Zu Punkt 5 habe ich natürlich auch Bilder. Denn darum gehts auf dieser Seite ja eigentlich.

Großer Fan bin ich übrigens von den Balkonen. Die sehen nicht nur hübsch aus, sondern haben auch noch den Vorteil, dass sie die Hitze vom Inneren des Hauses abhalten.

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Bekanntermaßen bin ich ja Fan von nicht ganz so perfekten Bauwerken. Abbröckelnde Farbe, schiefe Häuser in kleinen Straßenfluchten, das hat für mich immer viel Charme.

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Obendrauf noch das Meer und ich bin glücklich.

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Und übrigens: es schwimmt noch nicht, aber die Beine sind schon mal nass.

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Spanien: Barcelona, oh Barcelona!

Barcelona war auch immer ein Punkt auf meiner Bucketlist. Schnell, einfach und günstig zu erreichen und jeder, der schon einmal dort war, kam bei seinen Erzählungen ins Schwärmen. Passt also alles, um mich anzulocken. Einmal stand ich kurz davor, Flüge waren gebucht, aber eine medizinische Unpässlichkeit ließ mich dann doch zu Hause bleiben. Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben und wenn ich mir einmal etwas in den Kopf setze, dann… eh klar, oder?

Nun also! Barcelona. Eins vorweg: 4 Tage reichen bei weitem nicht aus. War aber auch klar. Es gibt zu viel zu sehen und wenn man dann noch ein bisschen die Stadt erleben möchte, dann muss man vielleicht schon eher einen Monat bleiben. Nun ja, ich arbeite dran.

Daher gibt es hier auch weniger Worte und mehr Bilder (für 4 Tage angemessen, denke ich).

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Am besten lässt sich die Stadt übrigens mit dem Rad erkunden. Aber für welche Stadt gilt das eigentlich nicht?

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Allemal beeindruckend ist tatsächlich die Sagrada Família. Keine Kamera der Welt kann dieses Licht im Innern der Basilika so wiedergeben, wie es tatsächlich ist. Ich habe es daher auch gar nicht erst versucht. 

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Erwähnenswert für Barcelona seien auch die olympischen Anlagen. Das sind schon fast kleine Ruheoasen mit tollen Ausblicken.

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Mein persönliches Highlight hier ist ganz klar das Turmspringerbecken. Wenn Kylie Minogue hier nicht gerade ein Musikvideo dreht, kann ganz Barcelona Dir bei einer Arschbombe vom 10-Meter-Brett zugucken.

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Schlussendlich war ich als absoluter und echter Fussballfan (wer jetzt lacht, hat recht) natürlich auch kurz auf einen Besuch beim Herrn Messi. Und wer jetzt nur das FC Köln-Stadion kennt (also so ein echter und absoluter Fußballfan wie ich), der ist dann auch schon ein bisschen beeindruckt.

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So, wer findet jetzt raus, bei was ich übertrieben habe?

England: Was in Brighton passiert, muss nicht in Brighton bleiben.

2016 war bislang ein ziemlicher Ritt. Was im Januar in Indien noch einigermaßen ruhig anfing, aber dennoch schon ein bisschen rumorte, entwickelte sich in den nächsten Monaten zu einer wahren Lawine in meinem Leben. Deshalb ist es auch hier etwas ruhiger geworden. Denn ich muss mich sortieren. Was früher ein „wir“ war, ist nun ein „ich“ und es ist ein bisschen, als müsste man wieder alles neu lernen. Dazu gehört nun auch für mich das Reisen. Zum ersten Mal im Leben allein. Eigentlich kein großer Schritt, möchte man meinen, aber neue Gewohnheiten müssen gefunden werden und alte können trotzdem nicht abgelegt werden. Letzteres bezieht sich auf meine Planungsallergie beim Reisen, die ich nur schwer oder gar nicht los werde. Aber mit Chaos konnte ich schon immer besser umgehen, als mit Ordnung. So klappt nicht immer alles reibungslos, aber aus der Ruhe bringen mich Pannen offensichtlich auch nicht so schnell, denn für alles findet man mit der Zeit eine Lösung und ein bisschen Glück kommt auch manchmal dazu. Und am Ende gibt es immer lustige Geschichten zu erzählen.

Brighton war nicht die erste Soloreise, aber es fühlt sich gerade näher an. Vielleicht weil ich auch nach all den Monaten gerade erst ein bisschen zur Ruhe komme. Und es tat so gut, weil es spontan kam und mich mit voller Wucht erwischt hat. Denn ich entdecke gerade eine große Liebe zur Insel, was gar nicht so schwer ist, denn dort ist es auch außerhalb von London sehr schön und so plane ich auch schon einen Roadtrip für den nächsten Sommer durch Südengland.

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Nun zu Brighton: stand schon immer auf meiner Liste und hat mich absolut nicht enttäuscht. Warum? Weil es eigentlich genauso schön wie London ist, dabei aber viel relaxter. Und weil es für ein kleines Städtchen viel zu bieten hat. Wenn dann – wie bei mir – auch noch unfassbar schönes Sommerwetter dazu kommt, ist es mit dem Spontanverlieben ganz leicht.

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Verknallen geht übrigens am schnellsten, wenn man den Royal Pavillon besucht, eines der schönsten Bauwerke, die ich bislang in der Welt gesehen habe. Anfangs ein Sommerpalast für die Royals, im ersten Weltkrieg dann ein Militärkrankenhaus für indische Soldaten. Der Palast wurde nach dem Vorbild indischer Paläste errichtet und hat eine Menge asiatischer Einflüsse. Hat also alles, was es braucht, um mich in den Bann zu ziehen.

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Wer nach Brighton kommt, der sollte sich unbedingt die Zeit nehmen, alles innen und außen in Ruhe zu erkunden.

Highlight in Brighton ist außerdem ganz klar die Strandpromenade mit dem alten abgefackelten und dem Kirmes-Steg. Hier kann man sich ganz wunderbar treiben lassen.

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Fährt man man ins Umland wird es auch nicht unbedingt hässlicher. Wer sich jetzt an Black Beauty und Hogwarts erinnert fühlt, der ist genauso gut im Klischeedenken wie ich.

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Zurück aber zu mehr Meer! Und Licht!

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Na? Auch ein bisschen erholt?

Indien: Ruhe in Mararikulam

Der deutsche Sommer hat es in diesem Monat auf genau einen Tag Sonne und Wärme gebracht. Neben all dem Dauerregen, grauen Wolken im grauen Alltag und der Überlegung, mir in dieser Saison lieber Gummistiefel statt Sandalen zu kaufen, schlägt mein Herz gerade wieder besonders laut, weil es raus und weg will. Gut, letzten Monat war ich erst in Malta (Bericht folgt), aber Fernweh lässt sich nun einmal nicht abstellen und wenn es einen einmal gepackt hat, dann bleibt es wohl auch ein Leben lang.

Um mich und vielleicht auch andere daran zu erinnern, dass das alles noch gibt: wunderschönes Licht, Wärme, salzige Luft, Meeresrauschen, atemberaubende Sonnenuntergänge und einen Tag lang nichts anderes zu machen, als zwischen Sonnenliege, Bett und Hängematte hin- und herzupendeln, kommt hier nun mein Indienabschluss aus dem wunderbaren Mararikulam, wo es eigentlich nichts gibt, als einen tollen Strand, wunderbare Menschen und viel, viel, viel Ruhe.

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Indien: Die Backwaters in Kerala

Zu den Backwaters in Kerala brauche ich gar nicht viel zu schreiben. Da reicht eigentlich auch ein ganz schnödes WOW. Denn mehr braucht es wirklich nicht. Vier Stunden mit einem kleinen Slowboat durch die Wasserstraßen schippern und schon hat man alles an Erholung und Eindrücken, was man im Leben braucht. Deshalb mache ich hier auch keine großen Worte, sondern lasse einfach nur die Bilder sprechen. IMG_4997IMG_4976IMG_4994IMG_4985IMG_5015IMG_5021IMG_5023IMG_5030IMG_5038IMG_5051IMG_5059IMG_5068IMG_5092IMG_5109IMG_5114IMG_5116IMG_5122IMG_5152IMG_5172IMG_5162IMG_5144IMG_5139

Naja, eins hätte ich noch zu sagen: Ab da hin!

Indien: Endlich!

Indien war schon lange ein Traum. Oder Albtraum. So richtig konnte ich mich da nie entscheiden. Eigentlich kann ich es heute immer noch nicht. Ich habe wunderschöne Fotos gesehen und schlimme Reiseberichte gelesen. Ich bin fasziniert von all den Farben dort, möchte aber auch nicht knöcheltief durch Müll und Dreck laufen. Ich liebe indisches Essen, aber hält mein Magen auch meine manchmal schon ein wenig zu mutigen Essengelüste aus? Wie viel Stress halte ich auf Reisen aus? Das finde ich im Zweifel nur heraus, wenn ich es teste. Aber dann direkt vier Wochen? Drehe ich dann nicht durch? Oder bin direkt krank? Fragen über Fragen. Die eine Seite in mir zog es nach Indien, die andere wollte auf keinen Fall dort hin.
Irgendwann fiel der Ausdruck „Indien Light“. Das Reise-Weichei in mir ist dann auch direkt darauf angesprungen. Südindien. Kerala. Ja, das klingt gut, das kann man zum Antasten mal ausprobieren.

Und es ist gut! Obwohl ich im Müll gestanden habe und durch Dreck gelaufen bin. Gut, es hat Überwindung gekostet. Aber man gewöhnt sich ja an alles.

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Denn da ist eben auch noch mehr. Fantastische Straßenkunst zum Beispiel.

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Und Ziegen!

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Aber eine Stadt lebt für mich am Ende durch Ihr Straßenbild. Und da macht man Kochi so schnell nichts vor. Oder eben Indien. Wenn man es schafft, den Stress der Straßen abzulegen und die Hitze zu ertragen, dann kann man sich ganz treiben lassen und all die Eindrücke genießen und aufsaugen, die sich im ersten Moment so unfassbar fremd, nach kurzer Zeit aber überwältigend schön anfühlen.

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Keine Ahnung, ob es Indien Light war. Vermutlich schon, denn ich war nicht so gestresst, wie ich dachte. Und all meine Sorgen und Hemmungen waren unbegründet. Nicht zuletzt aufgrund der Menschen, die ich dort getroffen habe. Aber dazu ein andermal mehr.
Ob ich mich mal nach Delhi oder Mumbai traue, weiß ich noch nicht. Aber es hält mich mittlerweile weniger zurück.

Sri Lanka: Auf der Suche nach der Ruhe

Eins vorab: Sri Lanka hat es mir nicht leicht gemacht. Immer wenn sich gerade das Gefühl eingestellt hatte, dass ich angekommen bin, gab es gefühlte Sekunden später wieder etwas, was mich angestrengt hat. So empfand ich alles doppelt anstrengend, weil ich dafür kämpfen musste, mich einzugewöhnen. Was ausdrücklich nicht für die Menschen dort gilt. Jeder und wirklich jeder, den ich dort getroffen und kennengelernt habe, hat mich durch Freundlichkeit und Herzlichkeit so beeindruckt, wie ich es bislang noch kaum erlebt habe.
Ich kann kaum festmachen, woran es liegt. Das Land ist wunderschön und doch… irgendetwas fehlte. Ich glaube, allen voran war es Ruhe. Nicht im Sinne von Entspannung. Ich will auf Reisen etwas erleben, Erfahrungen sammeln, denn am Ende ist es das, was zählt. Ich hätte niemals gedacht, wie sehr einen Reiseerfahrungen im eigenen Leben voranbringen, wie sie die Sichtweisen verändern können und wie viel man über sich selbst lernen kann. Dieser ganze Quatsch mit dem „sich selbst neu erfinden“; ich habe diesen Ausdruck noch nie gemocht. Ich halte es für Blödsinn, ich muss mich nicht neu erfinden. Ich bin schon da. Ich bin, wer ich bin. Eine Neuerfindung ist nicht nötig. Eine Weiterentwicklung schon. Und dafür muss ich mich kennenlernen. Wissen, was ich aushalten kann. Auf wie viele Arten und Weisen ich etwas wahrnehmen kann. Aber eben mit meiner vorhandenen Persönlichkeit und nicht im Sinne einer Neuerfindung. Dafür gibt es nichts besseres als das Reisen.
Allerdings brauche ich Ruhe, um meine Schritte zu machen. Ich brauche Ruhe, um mich auf etwas einlassen zu können. Genau diese Ruhe habe ich in Sri Lanka nicht gefunden. Vielleicht lag es daran, dass ich völlig unvorbereitet dorthin gereist bin. Und vor Ort nichts von dem geklappt hat, was ich mir gerne vorgenommen hätte. Alles wurde dadurch so schnell unbequem. Schlechte Unterkünfte kamen als Bonus noch oben drauf. Letzteres kommt immer mal wieder vor und ich bin hier auch recht gelassen, aber zusammen mit dem Gefühl, dass ich mich selbst durch das Land treiben muss… dann wird alles sehr schwer.

Trotz allem: ich bin froh, dass ich da war. Ob ich wiederkomme, weiß ich nicht. Aber mein Leben ist vermutlich auch zu kurz, um überall noch einmal hinzuwollen, wo es mir gefallen hat. Und die Welt ist dafür auch zu groß, es gibt noch so viel zu entdecken.

Starten will ich meine Sri Lanka-Fototour in Kandy, der zweitgrößten Stadt des Landes. Dort habe ich Buddhas Eckzahn besucht, Elefanten getroffen und erfolgreich vermieden, dass mich eine der unzähligen Krähen im Vorbeifliegen ankacken konnte. Aber auch viel weniger fotografiert, als ich eigentlich wollte. Denn auch dazu brauche ich Ruhe und einen freien Kopf. Somit ist dieser Beitrag leider eher text- als bildlastig. Meine liebsten Fotos sind dann auch dort entstanden, wo ich einen Hauch von Ruhe gefunden habe: im Zahntempel von Kandy.

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Weiter geht es nach Dambulla, was am Ende nicht unbedingt spektakulär war, weil die Felsenfestung Sigiriya wortwörtlich ins Wasser fiel. Ja, es war Monsun-Zeit in Zentral-Sri Lanka und platschnass auf einen Felsen zu klettern war jetzt nicht sonderlich attraktiv für mich. Also hat es nur halt nur für die innerstädtischen Tempel gereicht, war aber immerhin auch ein Höhlentempel, zu dem man platschnaß klettern konnte.

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Weiter geht es nach Anuradhapura. Dort wurde es schon besser. Empfehlenswert ist die Erkundung des alten Teils der Stadt mit einem klapprigen Rad. Wenn man langsam fährt, kann einem die Hitze auch nicht so viel anhaben. Naja, weniger anhaben.

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Nun ja, liebes Sri Lanka. Eine Chance hast du verdient. Wir haben alles gegeben. Aber es hat am Ende nicht gereicht. Aber hey: ich habe einen Babyelefanten gestreichelt!

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New York City: Wie kalt ist so ein Eisblizzard eigentlich?

Kann ich nicht genau sagen. Aber ich kann es erahnen. Denn 2011 war ich kurz nach dem damaligen Eisblizzard in New York City. Und ich fand es schon ziemlich kalt. Gut, ich komme aus dem recht wärmeverwöhnten Köln, wir drehen hier schon bei 0 Grad durch, so dass ich kältetechnisch nicht so erfahren bin. Aber ich habe auch kein großes Interesse daran, es auszuprobieren. Ich bin mehr der Sommertyp.
Man sagt ja immer, dass New York City die Stadt ist, die niemals schläft. Ich finde diesen Ausdruck total behämmert, denn das trifft auf so ziemlich jede große Stadt zu.
In der Eiseskälte ist New York City aber ein bisschen erstarrt, was dieser beeindruckenden Stadt auch wieder einen interessanten Reiz gibt. Erst recht, wenn man mal rausfährt. Nach Coney Island zum Beispiel.

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Auch in der City ist es leider nicht wärmer. Macht fast nix, weil es einfach viel zu sehen gibt.

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Übrigens…was für’s Herz: es war Valentinstag.

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Oman: Auf der Suche nach Tausend und einer Nacht

Den Jetlag ausnutzend verarbeite ich die Bilder der gerade beendeten Reise, die die Route betreffend sehr interessant (weil sehr unterschiedlich) und für mich auch ein bisschen emotional anstrengend war. Aber dazu komme ich ein andermal. Drei Länder in vier Wochen klingt ein wenig nach chinesischer Reisegruppe oder Reisepass-Stempeltourismus, ist aber am Ende der Flugbuchung, bzw. dem daraus resultierenden günstigen Flugpreis geschuldet.

Angefangen hat die Tour im Oman, genauer gesagt in Muscat. Wenn der Hinflug nach Sri Lanka hier schon stoppt, dann kann man auch mal bleiben, finde ich. Ambitioniert wurden hier drei Tage Aufenthalt geplant, was für Muscat allein auch völlig ausreicht, denn alle Sehenswürdigkeiten schafft man locker auch an einem Tag. Mit viel Ruhe können damit auch gut zwei Tage gefüllt werden und bei drei Tagen reicht es dann auch noch für einen Strandbesuch. Muscat ist schön, kein Zweifel. Eingebettet in schroffe Berge mit Aussicht auf das Meer und wenn in den Moscheen zum Gebet gerufen wird, dann hallt es ganz wunderbar durch die Straßen.

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Ja… es gibt ein Aber. Denn das war es leider mit dem orientalischen Gefühl. Wer einen Souk wie in Marrakesch erwartet, der wird enttäuscht. Im Ortsteil Mutrah gibt es einen Souk, welcher aber vor einigen Jahren den Bauvorhaben des Sultans zum Opfer gefallen ist. Will heißen, er wurde verkleinert und grundsaniert, was ihm aus rein touristischer Sicht nicht gut getan hat. Zwar kann man dort immer noch Souvenirs und Alltagsgegenstände kaufen, aber es fehlt ansonsten an der für einen Souk typischen Atmosphäre.  Alles ist organisiert, aufgeräumt und die Größe ist wirklich übersichtlich. Es ist schier unmöglich, sich hier zu verlieren. Da reißt es es leider auch nicht raus, dass es überall nach Weihrauch riecht. Den bekommt man nämlich an jedem zweiten Laden so ins Gesicht gepustet, dass es einem fast den Atem nimmt.
Generell ist Muscat einer der saubersten und aufgeräumtesten Städte (neben Singapur), die ich je besucht habe. Keine wilden Müllhalden, der Verkehr läuft sehr geordnet und alles wirkt schon fast recht neu. Das hat mich ein bisschen überrascht, weil ich mit anderen Erwartungen angereist bin.
Nichtsdestotrotz: es ist einen Besuch wert. Allein schon wegen der großen Moschee vom Sultan Qaboos, die wirklich beeindruckend ist (weil auch so unfassbar sauber).

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Nebenbei bemerkt: aus fotografischer Sicht ist das Licht in Muscat zum Ausflippen (gut).IMG_4516IMG_4521IMG_4513-(1)IMG_4532

Ich würde wiederkommen. Und nach zwei Tagen von Muscat weiterreisen und schauen, was der Oman zu bieten hat. Denn da ist noch mehr, da bin ich sicher.

Vietnam: Hanoi lieben lernen und Tote ruhen lassen

Vor einiger Zeit bin ich hier im Blog in Ho-Chi-Minh-Stadt gestartet, nun geht es weiter in den Norden Vietnams: nach Hanoi.
Während mir Ho-Chi-Minh-Stadt direkt gefallen hat, ließ mich Hanoi erst einmal ein wenig zappeln. Die ersten zwei Tage waren schwierig; mir war alles zu grau, zu kalt, zu chaotisch. Gut, es war Januar, ich wollte Sonne und Wärme und in Ho-Chi-Minh-Stadt hatte ich Sonne und Wärme. So war der Start in Hanoi eher schwierig und ich maulig.
Aber mit der Zeit wurde alles ein wenig leichter und Hanoi interessanter und liebenswerter.

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Hanoi hat so viel zu bieten, es gibt fast keine Ecke, an der es nichts zu entdecken gibt.

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Einer der interessantesten (und meiner Meinung nach auch gruseligsten) Spots der Stadt ist das Mausoleum des Onkel Ho. Die ganze Anlage versprüht an jeder Ecke Unmengen an kommunistischen Flair. Ich hatte das „Glück“, dass Onkel Ho zu dieser Zeit nicht zum Make-Over in Russland weilte und so ließ ich mich mit vielen Vietnamesen und ein paar anderen Touristen einmal um den Glassarg scheuchen. Ich habe mal gelesen, dass es sein letzter Wunsch war, dass seine Asche in verschiedenen Teilen des Landes verstreut werden sollte. Man kann geteilter Meinung zu seinem Leben und Wirken sein, aber ich hätte ihm als Mensch gewünscht, dass man seinem Wunsch nachgekommen wäre. Diese gruselige Zurschaustellung scheint mir alles andere als Ruhe und Frieden zu bringen. Aber mal abgesehen von diesem Albtraum in Beton gibt es noch einen Park, sein Haus zu Lebzeiten und einige repräsentative Gebäude, die man sich auch gut ansehen kann. Alles wird natürlich in ebenso kommunistischer Akribie gepflegt.

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Wenn es gerade kein Sightseeing sein soll, dann kann man auch wunderbar einfach mal den Straßenverkehr beobachten, was nicht nur interessant ist, sondern oft auch verwunderlich und immer abenteuerlich.

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Fazit zu Hanoi: das Herz ist nicht dort geblieben, aber es reicht für eine enge, lebenslange Freundschaft.

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