Indien: Die Backwaters in Kerala

Zu den Backwaters in Kerala brauche ich gar nicht viel zu schreiben. Da reicht eigentlich auch ein ganz schnödes WOW. Denn mehr braucht es wirklich nicht. Vier Stunden mit einem kleinen Slowboat durch die Wasserstraßen schippern und schon hat man alles an Erholung und Eindrücken, was man im Leben braucht. Deshalb mache ich hier auch keine großen Worte, sondern lasse einfach nur die Bilder sprechen. IMG_4997IMG_4976IMG_4994IMG_4985IMG_5015IMG_5021IMG_5023IMG_5030IMG_5038IMG_5051IMG_5059IMG_5068IMG_5092IMG_5109IMG_5114IMG_5116IMG_5122IMG_5152IMG_5172IMG_5162IMG_5144IMG_5139

Naja, eins hätte ich noch zu sagen: Ab da hin!

Indien: Endlich!

Indien war schon lange ein Traum. Oder Albtraum. So richtig konnte ich mich da nie entscheiden. Eigentlich kann ich es heute immer noch nicht. Ich habe wunderschöne Fotos gesehen und schlimme Reiseberichte gelesen. Ich bin fasziniert von all den Farben dort, möchte aber auch nicht knöcheltief durch Müll und Dreck laufen. Ich liebe indisches Essen, aber hält mein Magen auch meine manchmal schon ein wenig zu mutigen Essengelüste aus? Wie viel Stress halte ich auf Reisen aus? Das finde ich im Zweifel nur heraus, wenn ich es teste. Aber dann direkt vier Wochen? Drehe ich dann nicht durch? Oder bin direkt krank? Fragen über Fragen. Die eine Seite in mir zog es nach Indien, die andere wollte auf keinen Fall dort hin.
Irgendwann fiel der Ausdruck „Indien Light“. Das Reise-Weichei in mir ist dann auch direkt darauf angesprungen. Südindien. Kerala. Ja, das klingt gut, das kann man zum Antasten mal ausprobieren.

Und es ist gut! Obwohl ich im Müll gestanden habe und durch Dreck gelaufen bin. Gut, es hat Überwindung gekostet. Aber man gewöhnt sich ja an alles.

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Denn da ist eben auch noch mehr. Fantastische Straßenkunst zum Beispiel.

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Und Ziegen!

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Aber eine Stadt lebt für mich am Ende durch Ihr Straßenbild. Und da macht man Kochi so schnell nichts vor. Oder eben Indien. Wenn man es schafft, den Stress der Straßen abzulegen und die Hitze zu ertragen, dann kann man sich ganz treiben lassen und all die Eindrücke genießen und aufsaugen, die sich im ersten Moment so unfassbar fremd, nach kurzer Zeit aber überwältigend schön anfühlen.

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Keine Ahnung, ob es Indien Light war. Vermutlich schon, denn ich war nicht so gestresst, wie ich dachte. Und all meine Sorgen und Hemmungen waren unbegründet. Nicht zuletzt aufgrund der Menschen, die ich dort getroffen habe. Aber dazu ein andermal mehr.
Ob ich mich mal nach Delhi oder Mumbai traue, weiß ich noch nicht. Aber es hält mich mittlerweile weniger zurück.

Sri Lanka: Auf der Suche nach der Ruhe

Eins vorab: Sri Lanka hat es mir nicht leicht gemacht. Immer wenn sich gerade das Gefühl eingestellt hatte, dass ich angekommen bin, gab es gefühlte Sekunden später wieder etwas, was mich angestrengt hat. So empfand ich alles doppelt anstrengend, weil ich dafür kämpfen musste, mich einzugewöhnen. Was ausdrücklich nicht für die Menschen dort gilt. Jeder und wirklich jeder, den ich dort getroffen und kennengelernt habe, hat mich durch Freundlichkeit und Herzlichkeit so beeindruckt, wie ich es bislang noch kaum erlebt habe.
Ich kann kaum festmachen, woran es liegt. Das Land ist wunderschön und doch… irgendetwas fehlte. Ich glaube, allen voran war es Ruhe. Nicht im Sinne von Entspannung. Ich will auf Reisen etwas erleben, Erfahrungen sammeln, denn am Ende ist es das, was zählt. Ich hätte niemals gedacht, wie sehr einen Reiseerfahrungen im eigenen Leben voranbringen, wie sie die Sichtweisen verändern können und wie viel man über sich selbst lernen kann. Dieser ganze Quatsch mit dem „sich selbst neu erfinden“; ich habe diesen Ausdruck noch nie gemocht. Ich halte es für Blödsinn, ich muss mich nicht neu erfinden. Ich bin schon da. Ich bin, wer ich bin. Eine Neuerfindung ist nicht nötig. Eine Weiterentwicklung schon. Und dafür muss ich mich kennenlernen. Wissen, was ich aushalten kann. Auf wie viele Arten und Weisen ich etwas wahrnehmen kann. Aber eben mit meiner vorhandenen Persönlichkeit und nicht im Sinne einer Neuerfindung. Dafür gibt es nichts besseres als das Reisen.
Allerdings brauche ich Ruhe, um meine Schritte zu machen. Ich brauche Ruhe, um mich auf etwas einlassen zu können. Genau diese Ruhe habe ich in Sri Lanka nicht gefunden. Vielleicht lag es daran, dass ich völlig unvorbereitet dorthin gereist bin. Und vor Ort nichts von dem geklappt hat, was ich mir gerne vorgenommen hätte. Alles wurde dadurch so schnell unbequem. Schlechte Unterkünfte kamen als Bonus noch oben drauf. Letzteres kommt immer mal wieder vor und ich bin hier auch recht gelassen, aber zusammen mit dem Gefühl, dass ich mich selbst durch das Land treiben muss… dann wird alles sehr schwer.

Trotz allem: ich bin froh, dass ich da war. Ob ich wiederkomme, weiß ich nicht. Aber mein Leben ist vermutlich auch zu kurz, um überall noch einmal hinzuwollen, wo es mir gefallen hat. Und die Welt ist dafür auch zu groß, es gibt noch so viel zu entdecken.

Starten will ich meine Sri Lanka-Fototour in Kandy, der zweitgrößten Stadt des Landes. Dort habe ich Buddhas Eckzahn besucht, Elefanten getroffen und erfolgreich vermieden, dass mich eine der unzähligen Krähen im Vorbeifliegen ankacken konnte. Aber auch viel weniger fotografiert, als ich eigentlich wollte. Denn auch dazu brauche ich Ruhe und einen freien Kopf. Somit ist dieser Beitrag leider eher text- als bildlastig. Meine liebsten Fotos sind dann auch dort entstanden, wo ich einen Hauch von Ruhe gefunden habe: im Zahntempel von Kandy.

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Weiter geht es nach Dambulla, was am Ende nicht unbedingt spektakulär war, weil die Felsenfestung Sigiriya wortwörtlich ins Wasser fiel. Ja, es war Monsun-Zeit in Zentral-Sri Lanka und platschnass auf einen Felsen zu klettern war jetzt nicht sonderlich attraktiv für mich. Also hat es nur halt nur für die innerstädtischen Tempel gereicht, war aber immerhin auch ein Höhlentempel, zu dem man platschnaß klettern konnte.

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Weiter geht es nach Anuradhapura. Dort wurde es schon besser. Empfehlenswert ist die Erkundung des alten Teils der Stadt mit einem klapprigen Rad. Wenn man langsam fährt, kann einem die Hitze auch nicht so viel anhaben. Naja, weniger anhaben.

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Nun ja, liebes Sri Lanka. Eine Chance hast du verdient. Wir haben alles gegeben. Aber es hat am Ende nicht gereicht. Aber hey: ich habe einen Babyelefanten gestreichelt!

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New York City: Wie kalt ist so ein Eisblizzard eigentlich?

Kann ich nicht genau sagen. Aber ich kann es erahnen. Denn 2011 war ich kurz nach dem damaligen Eisblizzard in New York City. Und ich fand es schon ziemlich kalt. Gut, ich komme aus dem recht wärmeverwöhnten Köln, wir drehen hier schon bei 0 Grad durch, so dass ich kältetechnisch nicht so erfahren bin. Aber ich habe auch kein großes Interesse daran, es auszuprobieren. Ich bin mehr der Sommertyp.
Man sagt ja immer, dass New York City die Stadt ist, die niemals schläft. Ich finde diesen Ausdruck total behämmert, denn das trifft auf so ziemlich jede große Stadt zu.
In der Eiseskälte ist New York City aber ein bisschen erstarrt, was dieser beeindruckenden Stadt auch wieder einen interessanten Reiz gibt. Erst recht, wenn man mal rausfährt. Nach Coney Island zum Beispiel.

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Auch in der City ist es leider nicht wärmer. Macht fast nix, weil es einfach viel zu sehen gibt.

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Übrigens…was für’s Herz: es war Valentinstag.

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Oman: Auf der Suche nach Tausend und einer Nacht

Den Jetlag ausnutzend verarbeite ich die Bilder der gerade beendeten Reise, die die Route betreffend sehr interessant (weil sehr unterschiedlich) und für mich auch ein bisschen emotional anstrengend war. Aber dazu komme ich ein andermal. Drei Länder in vier Wochen klingt ein wenig nach chinesischer Reisegruppe oder Reisepass-Stempeltourismus, ist aber am Ende der Flugbuchung, bzw. dem daraus resultierenden günstigen Flugpreis geschuldet.

Angefangen hat die Tour im Oman, genauer gesagt in Muscat. Wenn der Hinflug nach Sri Lanka hier schon stoppt, dann kann man auch mal bleiben, finde ich. Ambitioniert wurden hier drei Tage Aufenthalt geplant, was für Muscat allein auch völlig ausreicht, denn alle Sehenswürdigkeiten schafft man locker auch an einem Tag. Mit viel Ruhe können damit auch gut zwei Tage gefüllt werden und bei drei Tagen reicht es dann auch noch für einen Strandbesuch. Muscat ist schön, kein Zweifel. Eingebettet in schroffe Berge mit Aussicht auf das Meer und wenn in den Moscheen zum Gebet gerufen wird, dann hallt es ganz wunderbar durch die Straßen.

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Ja… es gibt ein Aber. Denn das war es leider mit dem orientalischen Gefühl. Wer einen Souk wie in Marrakesch erwartet, der wird enttäuscht. Im Ortsteil Mutrah gibt es einen Souk, welcher aber vor einigen Jahren den Bauvorhaben des Sultans zum Opfer gefallen ist. Will heißen, er wurde verkleinert und grundsaniert, was ihm aus rein touristischer Sicht nicht gut getan hat. Zwar kann man dort immer noch Souvenirs und Alltagsgegenstände kaufen, aber es fehlt ansonsten an der für einen Souk typischen Atmosphäre.  Alles ist organisiert, aufgeräumt und die Größe ist wirklich übersichtlich. Es ist schier unmöglich, sich hier zu verlieren. Da reißt es es leider auch nicht raus, dass es überall nach Weihrauch riecht. Den bekommt man nämlich an jedem zweiten Laden so ins Gesicht gepustet, dass es einem fast den Atem nimmt.
Generell ist Muscat einer der saubersten und aufgeräumtesten Städte (neben Singapur), die ich je besucht habe. Keine wilden Müllhalden, der Verkehr läuft sehr geordnet und alles wirkt schon fast recht neu. Das hat mich ein bisschen überrascht, weil ich mit anderen Erwartungen angereist bin.
Nichtsdestotrotz: es ist einen Besuch wert. Allein schon wegen der großen Moschee vom Sultan Qaboos, die wirklich beeindruckend ist (weil auch so unfassbar sauber).

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Nebenbei bemerkt: aus fotografischer Sicht ist das Licht in Muscat zum Ausflippen (gut).IMG_4516IMG_4521IMG_4513-(1)IMG_4532

Ich würde wiederkommen. Und nach zwei Tagen von Muscat weiterreisen und schauen, was der Oman zu bieten hat. Denn da ist noch mehr, da bin ich sicher.

Vietnam: Hanoi lieben lernen und Tote ruhen lassen

Vor einiger Zeit bin ich hier im Blog in Ho-Chi-Minh-Stadt gestartet, nun geht es weiter in den Norden Vietnams: nach Hanoi.
Während mir Ho-Chi-Minh-Stadt direkt gefallen hat, ließ mich Hanoi erst einmal ein wenig zappeln. Die ersten zwei Tage waren schwierig; mir war alles zu grau, zu kalt, zu chaotisch. Gut, es war Januar, ich wollte Sonne und Wärme und in Ho-Chi-Minh-Stadt hatte ich Sonne und Wärme. So war der Start in Hanoi eher schwierig und ich maulig.
Aber mit der Zeit wurde alles ein wenig leichter und Hanoi interessanter und liebenswerter.

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Hanoi hat so viel zu bieten, es gibt fast keine Ecke, an der es nichts zu entdecken gibt.

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Einer der interessantesten (und meiner Meinung nach auch gruseligsten) Spots der Stadt ist das Mausoleum des Onkel Ho. Die ganze Anlage versprüht an jeder Ecke Unmengen an kommunistischen Flair. Ich hatte das „Glück“, dass Onkel Ho zu dieser Zeit nicht zum Make-Over in Russland weilte und so ließ ich mich mit vielen Vietnamesen und ein paar anderen Touristen einmal um den Glassarg scheuchen. Ich habe mal gelesen, dass es sein letzter Wunsch war, dass seine Asche in verschiedenen Teilen des Landes verstreut werden sollte. Man kann geteilter Meinung zu seinem Leben und Wirken sein, aber ich hätte ihm als Mensch gewünscht, dass man seinem Wunsch nachgekommen wäre. Diese gruselige Zurschaustellung scheint mir alles andere als Ruhe und Frieden zu bringen. Aber mal abgesehen von diesem Albtraum in Beton gibt es noch einen Park, sein Haus zu Lebzeiten und einige repräsentative Gebäude, die man sich auch gut ansehen kann. Alles wird natürlich in ebenso kommunistischer Akribie gepflegt.

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Wenn es gerade kein Sightseeing sein soll, dann kann man auch wunderbar einfach mal den Straßenverkehr beobachten, was nicht nur interessant ist, sondern oft auch verwunderlich und immer abenteuerlich.

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Fazit zu Hanoi: das Herz ist nicht dort geblieben, aber es reicht für eine enge, lebenslange Freundschaft.

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Land des Lächelns? Ganz klar: Burma!

Ein burmesisches Sprichwort sagt:

Wenn du jemanden ohne Lächeln siehst;  gib ihm deins.

Man wird in Südostasien sehr oft angelächelt. Lächelt man zurück, wird es leider häufig als Kaufinteresse gewertet. Deshalb bin ich dort meist auf der Hut, denn es passiert oft, dass man ungewollt Dinge unter die Nase gehalten bekommt oder – wie in Ho Chi Minh-Stadt passiert – am Arm in einen Laden gezogen wird. Ich kann es ja verstehen, jeder will sich seinen Lebensunterhalt sichern, aber es ist für mich als Reisende leider auch sehr lästig. Ich glaube, ich würde vermutlich viel mehr kaufen würde, wenn ich die Ruhe dafür hätte. In Burma wurde ich sehr viel angelächelt. Anfangs habe ich zurück gelächelt, den Blick aber schnell abgewandt. Irgendwann stellte ich jedoch fest, dass die Kaufangebote öfter mal ausblieben. Viele der Lächeln waren neugierig oder einfach freundlich. Klar gab es auch immer mal wieder ein paar Verkaufslächeln, aber alles viel weniger aggressiv, als ich es aus Thailand kannte. Ich war 2012 in Burma unterwegs, heute ist das wahrscheinlich leider auch anders.

Für mich war es übrigens sehr leicht, ebenfalls lächelnd durch Burma zu reisen. Weil es so wunderschön und beeindruckend ist. Und weil in Rangun einer der für mich beeindruckendsten Orte der Welt ist: die Shwedagon Pagode.

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Ich habe Stunden damit zugebracht, das Treiben um mich herum zu genießen. Ein Tipp, den ich jedem Burma-Reisenden gebe: ein schattiges Plätzchen suchen, einfach alle Eindrücke in sich aufsaugen und für immer im Herzen behalten. Allein die Erinnerung daran lässt mich immer wieder lächeln.

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Die Shwedagon Pagode ist das religiöse Zentrum Burmas und man kann die Stupa von vielen Punkten der Stadt aus sehen (kennt man ja auch mit dem Dom bei uns in Köln..). So hat man im heißen Straßenwirrwarr von Rangun immer wieder kleine Momente, in denen man sich an die Ruhe dort erinnern kann. Und schon geht das Lächeln wieder ganz leicht.

Hallo Vietnam, Du siehst so anders aus als Deine Nachbarn!

Ich war schon in Thailand, Laos, Kambodscha, Myanmar, Singapur und Kuala Lumpur unterwegs. Und wenn einen Südostasien so gepackt hat, dann ist Vietnam als weiteres Reiseziel nur konsequent. Anfang 2014 war es dann soweit.  Vier Wochen vom Süden in den Norden und wieder zurück in den Süden.

Vor jeder Reise nehme ich mir immer vor, mich richtig vorzubereiten. Ich möchte ganz klassisch im Reiseführer blättern oder mich durch diverse Reiseblogs klicken. Klappt nie. Den Reiseführer schlage ich im Zweifel – wenn überhaupt – zum ersten Mal auf dem Hinflug auf und das nur, wenn das Boardprogramm nichts mehr hergibt. Dabei lese ich aber immer nur den Land & Leute-Teil, denn Hotels suche ich mir nicht im Reiseführer aus, Restaurants und Bars finde ich über Foursquare und für Infos zu Sightseeing-Attraktionen lese ich Blogs.
Hätte ich mich vor der Reise nach Vietnam besser informiert, wäre ich vielleicht weniger überrascht gewesen, wie anders das Land im Vergleich zu seinen südostasiatischen Nachbarn ist. Aber eben diese Überraschung hatte ihren Reiz. So konnte ich das Land anders erleben und wahrnehmen. Und vor allem genießen! Ich starte in diesem Artikel mal mit meinen Bildern aus Ho-Chi-Minh-Stadt.

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Den legendären vietnamesischen Straßenverkehr habe ich übrigens unbeschadet überstanden. Hier gilt IMMER die Regel: niemals stehen bleiben, immer weiter gehen!

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Busfahren geht aber gut. Man hat im Zweifel viel christlichen Beistand.

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Christlicher Beistand? Ja, genau! Was mich in Vietnam sehr überraschte, waren die religiösen Anlagen. Ich hatte ähnliche Tempel und Klöster wie in Thailand erwartet, mit großen Buddha-Statuen und viel Gold. Dem war aber nicht immer so. Es gab Christus und Drachen. Unter anderem.

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Was man in Vietnam – wie überall auf der Welt – aber am besten machen kann und auch unbedingt sollte: sich treiben lassen und lecker essen!

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In den nächsten Tagen geht es weiter durch Vietnam. Nächste Station: Hanoi.

 

Istanbul im Frühling: Wer nicht lesen will, muss frieren

Ende März/Anfang April 2011 stand Istanbul auf dem Reiseplan. Alle Klimainformationen und Wetterberichte ignorierend ging ich von einer kleinen mediterranen Brise aus. Doch es sollte anders kommen. Kleidungstechnisch auf nichts vorbereitet, lernte ich den Zwiebellook neu kennen und schätzen. Es ist durchaus möglich, einfach ALLES, was man im Rucksack hat, übereinander zu ziehen. Na ja. Fast. Ein wenig bewegungseingeschränkt, aber wunderbar warm ging es auf Sightseeingtour und es gab so viel zu sehen, dass mir dann auch fast nicht mehr kalt war. Gut, das ist alles ein bisschen übertrieben, aber es war WIRKLICH kalt, grau und nass. Und trotzdem schön!

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Und da es ja gerade in Deutschland wieder ähnlich kalt, grau und nass ist (wie hasse ich diese Kombination!), gibt’s hier die Bilder aus der Stadt der 1 Millionen-Eindrücke.

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Wie man Kälte in Istanbul am besten aushält? Ganz einfach! Unmengen an Tee!

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Der nächste Blogeintrag wird wieder sommerlicher. Versprochen!

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Reisemomente: Magen, Rücken und Herz in Luang Prabang

Zwei Tage auf dem Mekong durch Laos, um nach Luang Prabang zu kommen kann man machen. Muss man aber nicht, finde ich. Sicherlich: die Aussicht ist spektakulär – ungefähr zwei Stunden lang. Danach hatte ich alles schon einmal gesehen: tolle Berge, Wasserbüffel, Menschen am Ufer. Alles so schön und exotisch, genau so wie man es aus Filmen und Dokumentationen kennt. Und irgendwann eben auch eintönig, weil’s sich immer wiederholt. Dazu kommt, dass die günstigen Slowboats auf dem Mekong nicht mit einem schönen Sonnendeck aufwarten, sondern dicht angeschraubten Zweiersitzen mit asiatischer Beinfreiheit. (Tipp: unbedingt ein Kissen mitnehmen! Kann man vorher überall kaufen. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie es ohne gewesen wäre.) Der Mittelgang wird dann gerne noch mit hartgesottenen Backpackern und Einheimischen auf dem Boden besetzt. Beine ausstrecken und Füsse vertreten waren da am ersten Tag mal eben 10 Stunden kaum möglich. Nach ungefähr fünf Stunden waren meine Muskeln total verkrampft, mein Rücken tat weh und ich war dementsprechend unleidlich.

Da ist der Ausblick dann auch irgendwann egal.  Leider.IMG_8892IMG_3876IMG_8990IMG_9006IMG_8898

Der nächtliche Zwischenstopp in Pakbeng erwies sich dann anfangs auch als Katastrophe, weil die vorher gebuchte Unterkunft wirklich, wirklich schlimm war. (Notiz an mich: nie, nie, NIE mehr auf Leute hören, die da wen kennen, der einem ganz super was vermitteln kann. Ich weiß es eigentlich besser, aber manchmal… na ja.. reden wir nicht drüber.)

Weiter ging’s an Tag 2 nochmal 8 Stunden. Berge, Wasserbüffel, spielende Kinder.. ja ja, alles am Tag vorher schon gesehen. Ich wollte nur noch ankommen. Kurz vor Luang Prabang entschädigte dann das Abendlicht und die Aussicht auf eine kalte Dusche und exzessives Gliederstrecken ein wenig.

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Luang Prabang. Ach Luang Prabang! Ich war selten so entspannt. Dieses Städtchen ist so schön, so ruhig, so relaxed. Der tägliche Nightmarket ist wunderbar und der dazugehörige Foodmarket noch viel wunderbarer. Für kleines Geld gibt es dort ein laotisch-vegetarisches All-You-Can-Eat-Buffet. Dazu ein oberleckeres Beer Lao, zum Nachtisch kleine an niederländische Poffertjes erinnernde Gebäckbällchen und schon war klar, dass man Glück schmecken kann. Unglück aber leider auch, denn einen Tag später war an größere Entfernungen zu Toiletten nicht zu denken und mein Magen bedankte sich mit regelmäßigen Krämpfen für das Festmahl des Vorabends. Trotzdem stand ich zwei Tage später wieder mit dem Teller vorm Foodmarket-Buffet. Manchmal wird man aus Erfahrung klug, manchmal muss man aber auch was riskieren. In meinem Fall ging es gut.

Ich habe bislang kaum negative Reiseberichte über Luang Prabang gelesen. Sicherlich, es ist kein Geheimtipp mehr, es gibt eine Menge Touristen. Das bringt auch negative Seiten, wie man jeden Morgen beim Almosengang der Mönche erleben kann, bei dem seitens der Touristen die Religion und auch der Anstand völlig ignoriert werden. Weil’s den meisten dort nur ums beste Reisefoto geht und jeder vergisst, dass man als Außenstehender dabei eigentlich nichts zu suchen hat, bzw. sich sehr dezent im Hintergrund halten sollte. Ich persönlich habe davon nur gelesen und es mir nicht angeschaut.

Das nimmt der Stadt aber nichts von ihrer Gelassenheit und erst recht nicht von ihrer Schönheit.

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Luang Prabang gehört zu den Orten auf der Welt, an die ich ein Stückchen meines Herzens verloren habe und ich bin gespannt, ob das immer noch so sein wird, wenn ich irgendwann einmal zurückkomme. Denn das werde ich ganz bestimmt!