Weltweit: Guten Appetit!

Wenn der Kalender im Alltag untergeht, dann denkt man manchmal auch erst in letzter Minute daran, dass ein Feiertag ansteht. In meinem Fall wurde ich erst gestern daran erinnert, was einen angenehmen Nebeneffekt hatte, denn das fühlt sich dann ein bisschen wie ein Geschenk an. Vermutlich bin ich aber der einzige Mensch in Köln, der dann trotzdem nicht im Supermarkt war, weil ich es schlichtweg einfach vergessen habe. Ein paar Müslireste ließen sich heute Morgen aber dann doch noch zusammenkratzen, so dass ich vermutlich nicht gleich vor Erschöpfung zusammenbrechen werde.

Um mich ein bisschen zu quälen denke ich heute an meine Reisen mit all den wunderbaren Essen- und Marktständen, die gleichermaßen viele Eindrücke und vor allem (meist) sehr leckeres Essen bieten. Da ich von Grund auf mit einer recht ausgeprägten Sorg- und Angstlosigkeit ausgestattet bin (was leider nicht für mein Herz gilt, aber das ist eine andere Sache und daran arbeite ich kontinuierlich), stürze ich mich auch immer gerne kopflos in alles hinein, was dort so angeboten wird. Das geht natürlich nicht immer gut aus, wie ich Luang Prabang in Laos auf die etwas härtere Tour lernen musste.

Nebenbei findet man dort auch die besten Fotomotive. Die meisten der nachfolgenden Bilder sind im wunderbaren Nyaung Shwe am Inle See in Burma entstanden, wo es ganz vielleicht fototechnisch ein bisschen mit mir durchgegangen ist und von dem die dort gesammelten Eindrücke ganz besonders tief im Herzen geblieben sind.

Gerade in Asien gibt es so viel zu sehen, zu schmecken und zu fühlen, dass man manchmal das Gefühl hat, es platzt einem gleich der Kopf vor lauter Eindrücken.

(Siem Reap, Kambodscha)

 (Hanoi, Vietnam)

 (Hoi An, Vietnam)

 (Kandy, Sri Lanka)

 (Fort Kochi, Indien)

Aber auch in Mexiko kann man super Streetfood genießen, aber man sollte immer gut mit der Schärfe aufpassen (gut, Paradies-Äpfel sind nicht so meins).

 (Mexico City)

Und wenn es um Märkte und Essen geht, da macht einem ja Marokko auch so schnell nichts vor.

Oder Istanbul…

Anthony Bourdain, den ich ja schon allein für seine tollen Zitate mag, hat wohl mal gesagt:

“You have to be a romantic to invest yourself, your money, and your time in cheese.”

Was ich jederzeit so unterschreiben würde. Insofern: Hallo Amsterdam!

Brechen wir aber das Wohlgefühl auf die reine Essensaufnahme herunter, kann kein Markt und kein noch so leckerer Essenstand auf der Welt mit einem persönlichen Gruß der tollsten Homestay-Familie der Welt in Indien mithalten. Denn auch wenn viele Orte in dieser Welt das Herz berühren, nichts tut es so sehr, wie die Menschen, die man auf den Reisen trifft. Und dort bleiben sie auch immer, egal, ob man sich in diesem Leben noch einmal wiedersehen wird.

Malta: Ich hab schon Pferde schwimmen sehen…

Alleinreisen kostet am Anfang immer ein bisschen Überwindung, wird aber schnell normal. Sicherlich gibt es noch Situationen, die ungewohnt sind und an die ich mich vielleicht auch nicht unbedingt gewöhnen kann und möchte, aber alles in allem überwiegt immer das Gefühl, es auch allein draußen in der Welt schaffen zu können. Und es macht mich immer stolz, dass ich nirgendwo strande und alle Reisepannen mit viel Ruhe und auch ein bisschen Humor bewältigen kann.

Malta ist ein gutes Soloreiseziel. Übersichtlich (gut, sehr übersichtlich), was die Größe des Reiselandes anging, englischsprachig, leicht zu erreichen und eine Schönwettergarantie gab es obendrauf. Für den Kick buchte ich mir ein Zimmer in der Wohnung einer zauberhaften Schweizerin, die seit einigen Jahren in Malta wohnt. Und das, obwohl ich eigentlich ungerne allein in Anwesenheit Fremder in fremden Wohnungen übernachte. Aber sie war eine wunderbare Gastgeberin, wenn auch ihr Hygieneempfinden in puncto Sauberkeit in der Wohnung… äh… ja, sagen wir mal sehr zu wünschen übrig ließ. Aber all meine früheren Reisen haben mir (oftmals auf die harte Tour) beigebracht, dass man sich wirklich an alles gewöhnen kann, wenn man nur bereit ist, beide Augen zuzudrücken (hier im direkten und übertragenen Sinne gemeint).

Nun aber zu Malta. Es hat mich einiges gelehrt:

  1. Ich kann es mit mir selbst sehr gut aushalten.
  2. Mein Orientierungssinn wird sich in diesem Leben nicht mehr einstellen.
  3. Pferde können durch ein halbes Hafenbecken schwimmen (ich habe ehrlich versucht, ein Foto zu machen, es ist mir aber nicht wirklich gelungen, also müsst Ihr darauf vertrauen, dass ich hier nicht übertreibe).
  4. Ein tägliches Feuerwerk ist ab dem dritten zweiten Tag schon nicht mehr spektakulär. Auch nicht, wenn es in jedem kleinen Eckchen des Landes abgefackelt wird, an dem eine Kirche steht. Und man einen Logenplatz auf einer Dachterrasse mit Blick über das Land hat.
  5. Malta ist wunderschön!

Zu Punkt 5 habe ich natürlich auch Bilder. Denn darum gehts auf dieser Seite ja eigentlich.

Großer Fan bin ich übrigens von den Balkonen. Die sehen nicht nur hübsch aus, sondern haben auch noch den Vorteil, dass sie die Hitze vom Inneren des Hauses abhalten.

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Bekanntermaßen bin ich ja Fan von nicht ganz so perfekten Bauwerken. Abbröckelnde Farbe, schiefe Häuser in kleinen Straßenfluchten, das hat für mich immer viel Charme.

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Obendrauf noch das Meer und ich bin glücklich.

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Und übrigens: es schwimmt noch nicht, aber die Beine sind schon mal nass.

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Spanien: Barcelona, oh Barcelona!

Barcelona war auch immer ein Punkt auf meiner Bucketlist. Schnell, einfach und günstig zu erreichen und jeder, der schon einmal dort war, kam bei seinen Erzählungen ins Schwärmen. Passt also alles, um mich anzulocken. Einmal stand ich kurz davor, Flüge waren gebucht, aber eine medizinische Unpässlichkeit ließ mich dann doch zu Hause bleiben. Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben und wenn ich mir einmal etwas in den Kopf setze, dann… eh klar, oder?

Nun also! Barcelona. Eins vorweg: 4 Tage reichen bei weitem nicht aus. War aber auch klar. Es gibt zu viel zu sehen und wenn man dann noch ein bisschen die Stadt erleben möchte, dann muss man vielleicht schon eher einen Monat bleiben. Nun ja, ich arbeite dran.

Daher gibt es hier auch weniger Worte und mehr Bilder (für 4 Tage angemessen, denke ich).

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Am besten lässt sich die Stadt übrigens mit dem Rad erkunden. Aber für welche Stadt gilt das eigentlich nicht?

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Allemal beeindruckend ist tatsächlich die Sagrada Família. Keine Kamera der Welt kann dieses Licht im Innern der Basilika so wiedergeben, wie es tatsächlich ist. Ich habe es daher auch gar nicht erst versucht. 

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Erwähnenswert für Barcelona seien auch die olympischen Anlagen. Das sind schon fast kleine Ruheoasen mit tollen Ausblicken.

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Mein persönliches Highlight hier ist ganz klar das Turmspringerbecken. Wenn Kylie Minogue hier nicht gerade ein Musikvideo dreht, kann ganz Barcelona Dir bei einer Arschbombe vom 10-Meter-Brett zugucken.

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Schlussendlich war ich als absoluter und echter Fussballfan (wer jetzt lacht, hat recht) natürlich auch kurz auf einen Besuch beim Herrn Messi. Und wer jetzt nur das FC Köln-Stadion kennt (also so ein echter und absoluter Fußballfan wie ich), der ist dann auch schon ein bisschen beeindruckt.

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So, wer findet jetzt raus, bei was ich übertrieben habe?

England: Was in Brighton passiert, muss nicht in Brighton bleiben.

2016 war bislang ein ziemlicher Ritt. Was im Januar in Indien noch einigermaßen ruhig anfing, aber dennoch schon ein bisschen rumorte, entwickelte sich in den nächsten Monaten zu einer wahren Lawine in meinem Leben. Deshalb ist es auch hier etwas ruhiger geworden. Denn ich muss mich sortieren. Was früher ein „wir“ war, ist nun ein „ich“ und es ist ein bisschen, als müsste man wieder alles neu lernen. Alleinreisen zum Beispiel. Eigentlich kein großer Schritt, möchte man meinen, aber neue Gewohnheiten müssen gefunden werden und alte können trotzdem nicht abgelegt werden. Letzteres bezieht sich auf meine Planungsallergie beim Reisen, die ich nur schwer oder gar nicht los werde. Aber mit Chaos konnte ich schon immer besser umgehen, als mit Ordnung. So klappt nicht immer alles reibungslos, aber aus der Ruhe bringen mich Pannen offensichtlich auch nicht so schnell, denn für alles findet man mit der Zeit eine Lösung und ein bisschen Glück kommt auch manchmal dazu. Und am Ende gibt es immer lustige Geschichten zu erzählen.

Brighton war nicht die erste Soloreise, aber es fühlt sich gerade näher an. Vielleicht weil ich auch nach all den Monaten gerade erst ein bisschen zur Ruhe komme. Und es tat so gut, weil es spontan kam und mich mit voller Wucht erwischt hat. Denn ich entdecke gerade eine große Liebe zur Insel, was gar nicht so schwer ist, denn dort ist es auch außerhalb von London sehr schön und so plane ich auch schon einen Roadtrip für den nächsten Sommer durch Südengland.

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Nun zu Brighton: stand schon immer auf meiner Liste und hat mich absolut nicht enttäuscht. Warum? Weil es eigentlich genauso schön wie London ist, dabei aber viel relaxter. Und weil es für ein kleines Städtchen viel zu bieten hat. Wenn dann – wie bei mir – auch noch unfassbar schönes Sommerwetter dazu kommt, ist es mit dem Spontanverlieben ganz leicht.

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Verknallen geht übrigens am schnellsten, wenn man den Royal Pavillon besucht, eines der schönsten Bauwerke, die ich bislang in der Welt gesehen habe. Anfangs ein Sommerpalast für die Royals, im ersten Weltkrieg dann ein Militärkrankenhaus für indische Soldaten. Der Palast wurde nach dem Vorbild indischer Paläste errichtet und hat eine Menge asiatischer Einflüsse. Hat also alles, was es braucht, um mich in den Bann zu ziehen.

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Wer nach Brighton kommt, der sollte sich unbedingt die Zeit nehmen, alles innen und außen in Ruhe zu erkunden.

Highlight in Brighton ist außerdem ganz klar die Strandpromenade mit dem alten abgefackelten und dem Kirmes-Steg. Hier kann man sich ganz wunderbar treiben lassen.

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Fährt man man ins Umland wird es auch nicht unbedingt hässlicher. Wer sich jetzt an Black Beauty und Hogwarts erinnert fühlt, der ist genauso gut im Klischeedenken wie ich.

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Zurück aber zu mehr Meer! Und Licht!

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Na? Auch ein bisschen erholt?

Istanbul im Frühling: Wer nicht lesen will, muss frieren

Ende März/Anfang April 2011 stand Istanbul auf dem Reiseplan. Alle Klimainformationen und Wetterberichte ignorierend ging ich von einer kleinen mediterranen Brise aus. Doch es sollte anders kommen. Kleidungstechnisch auf nichts vorbereitet, lernte ich den Zwiebellook neu kennen und schätzen. Es ist durchaus möglich, einfach ALLES, was man im Rucksack hat, übereinander zu ziehen. Na ja. Fast. Ein wenig bewegungseingeschränkt, aber wunderbar warm ging es auf Sightseeingtour und es gab so viel zu sehen, dass mir dann auch fast nicht mehr kalt war. Gut, das ist alles ein bisschen übertrieben, aber es war WIRKLICH kalt, grau und nass. Und trotzdem schön!

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Und da es ja gerade in Deutschland wieder ähnlich kalt, grau und nass ist (wie hasse ich diese Kombination!), gibt’s hier die Bilder aus der Stadt der 1 Millionen-Eindrücke.

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Wie man Kälte in Istanbul am besten aushält? Ganz einfach! Unmengen an Tee!

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Der nächste Blogeintrag wird wieder sommerlicher. Versprochen!

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Köln: OLYMPUS Photography Playground

Zur Abwechslung mal was aus der Heimat hier. Kurz vorm Ende der Ausstellung habe ich es doch noch zum OLYMPUS Photography Playground geschafft. Ja, ich weiß… hat schon seit Wochen geöffnet, aber besser spät als nie. Wer’s noch schafft: bis morgen ist alles noch offen, man sollte aber wohl ein bisschen Zeit mitbringen. Nähere Informationen gibt es hier: http://photographyplayground.olympus.de

Hier also meine Ergebnisse mit der Leih-Olympus-E-M1.

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