Reisemomente: Magen, Rücken und Herz in Luang Prabang

Zwei Tage auf dem Mekong durch Laos, um nach Luang Prabang zu kommen kann man machen. Muss man aber nicht, finde ich. Sicherlich: die Aussicht ist spektakulär – ungefähr zwei Stunden lang. Danach hatte ich alles schon einmal gesehen: tolle Berge, Wasserbüffel, Menschen am Ufer. Alles so schön und exotisch, genau so wie man es aus Filmen und Dokumentationen kennt. Und irgendwann eben auch eintönig, weil’s sich immer wiederholt. Dazu kommt, dass die günstigen Slowboats auf dem Mekong nicht mit einem schönen Sonnendeck aufwarten, sondern dicht angeschraubten Zweiersitzen mit asiatischer Beinfreiheit. (Tipp: unbedingt ein Kissen mitnehmen! Kann man vorher überall kaufen. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie es ohne gewesen wäre.) Der Mittelgang wird dann gerne noch mit hartgesottenen Backpackern und Einheimischen auf dem Boden besetzt. Beine ausstrecken und Füsse vertreten waren da am ersten Tag mal eben 10 Stunden kaum möglich. Nach ungefähr fünf Stunden waren meine Muskeln total verkrampft, mein Rücken tat weh und ich war dementsprechend unleidlich.

Da ist der Ausblick dann auch irgendwann egal.  Leider.IMG_8892IMG_3876IMG_8990IMG_9006IMG_8898

Der nächtliche Zwischenstopp in Pakbeng erwies sich dann anfangs auch als Katastrophe, weil die vorher gebuchte Unterkunft wirklich, wirklich schlimm war. (Notiz an mich: nie, nie, NIE mehr auf Leute hören, die da wen kennen, der einem ganz super was vermitteln kann. Ich weiß es eigentlich besser, aber manchmal… na ja.. reden wir nicht drüber.)

Weiter ging’s an Tag 2 nochmal 8 Stunden. Berge, Wasserbüffel, spielende Kinder.. ja ja, alles am Tag vorher schon gesehen. Ich wollte nur noch ankommen. Kurz vor Luang Prabang entschädigte dann das Abendlicht und die Aussicht auf eine kalte Dusche und exzessives Gliederstrecken ein wenig.

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Luang Prabang. Ach Luang Prabang! Ich war selten so entspannt. Dieses Städtchen ist so schön, so ruhig, so relaxed. Der tägliche Nightmarket ist wunderbar und der dazugehörige Foodmarket noch viel wunderbarer. Für kleines Geld gibt es dort ein laotisch-vegetarisches All-You-Can-Eat-Buffet. Dazu ein oberleckeres Beer Lao, zum Nachtisch kleine an niederländische Poffertjes erinnernde Gebäckbällchen und schon war klar, dass man Glück schmecken kann. Unglück aber leider auch, denn einen Tag später war an größere Entfernungen zu Toiletten nicht zu denken und mein Magen bedankte sich mit regelmäßigen Krämpfen für das Festmahl des Vorabends. Trotzdem stand ich zwei Tage später wieder mit dem Teller vorm Foodmarket-Buffet. Manchmal wird man aus Erfahrung klug, manchmal muss man aber auch was riskieren. In meinem Fall ging es gut.

Ich habe bislang kaum negative Reiseberichte über Luang Prabang gelesen. Sicherlich, es ist kein Geheimtipp mehr, es gibt eine Menge Touristen. Das bringt auch negative Seiten, wie man jeden Morgen beim Almosengang der Mönche erleben kann, bei dem seitens der Touristen die Religion und auch der Anstand völlig ignoriert werden. Weil’s den meisten dort nur ums beste Reisefoto geht und jeder vergisst, dass man als Außenstehender dabei eigentlich nichts zu suchen hat, bzw. sich sehr dezent im Hintergrund halten sollte. Ich persönlich habe davon nur gelesen und es mir nicht angeschaut.

Das nimmt der Stadt aber nichts von ihrer Gelassenheit und erst recht nicht von ihrer Schönheit.

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Luang Prabang gehört zu den Orten auf der Welt, an die ich ein Stückchen meines Herzens verloren habe und ich bin gespannt, ob das immer noch so sein wird, wenn ich irgendwann einmal zurückkomme. Denn das werde ich ganz bestimmt!

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